Der Methodenteil beschreibt, wie du deine Forschungsfrage untersucht hast. Sein Ziel ist nicht, neues theoretisches Wissen einzuführen. Sein Ziel ist Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
Wichtig: Eine andere Person sollte anhand deines Methodenteils verstehen können, was du gemacht hast und wie sie deine Untersuchung möglichst genau nachstellen könnte.
Man kann sich den Methodenteil deshalb wie eine Gebrauchsanweisung für deine Studie vorstellen. Der Methodenteil ist daher für die Replikation wissenschaftlicher Ergebnisse wichtig.
Es gibt nicht für jede wissenschaftliche Arbeit dieselbe perfekte Untergliederung. Der Methodenteil sollte aber alle Informationen enthalten, die wichtig sind, um dein Vorgehen und deine Ergebnisse nachvollziehen zu können.
Typische Unterkapitel sind:
Je nach Arbeit können diese Punkte anders heißen oder anders angeordnet sein.
In der Stichprobe beschreibst du, wer oder was untersucht wurde.
Bei einer quantitativen Studie mit Personen solltest du zum Beispiel angeben:
Wichtig ist: Beschreibe nur Informationen, die für deine Forschungsfrage oder die Interpretation deiner Ergebnisse relevant sind. Wenn Bildungsstand für deine Fragestellung keine Rolle spielt, muss er nicht ausführlich diskutiert werden.
In diesem Abschnitt beschreibst du, welche Materialien oder Messinstrumente verwendet wurden.
Das können zum Beispiel sein:
Bei standardisierten Fragebögen solltest du kurz erklären, welches Konstrukt sie messen, wie sie aufgebaut sind und wie Werte gebildet werden. Du musst aber keine vollständige Theorie des Fragebogens schreiben oder den Fragebogen selbst zeigen. Wenn du Cronbach's alpha für den/die Fragebogen/Fragebögen berechnet hast, ist dies eine gute Stelle um die Werte zu erwähnen.
Beispiel:
Zur Erfassung der Arbeitszufriedenheit wurde die Skala X verwendet. Die Skala besteht aus zehn Items, die auf einer fünfstufigen Likert-Skala beantwortet werden. Höhere Werte zeigen eine höhere Arbeitszufriedenheit an. Hinweis: willst du deine Materialen detailliert zeigen, so mach das am besten im Anhang und verweise hier im Methodenteil an der entsprechenden Stellen darauf.
Nur wenn Du selbst ein Messverfahren oder Stimuli verwendest oder erstellst, die es so vorher nicht gegeben hat, musst du genau angeben, wie erstellt wurden so dass man sie nachstellen kann. Wenn das sehr ausführlich ist: dann die Information in den Anhang und darauf verweisen, z.B. "Eine Beschreibug der Prozedur zur Erstellung der Stimuli mittels Matlab ist in Anhang 2 zu finden".
In der Durchführung beschreibst du den Ablauf der Untersuchung.
Wichtig sind zum Beispiel:
Hier geht es nicht darum, die Untersuchung schön zu erzählen. Es geht darum, den Ablauf klar nachvollziehbar zu machen.
Das Design beschreibt die Grundlogik deiner Untersuchung.
Bei quantitativen Arbeiten solltest du erklären:
Eine unabhängige Variable ist eine Variable, von der angenommen wird, dass sie einen Einfluss hat oder Gruppen unterscheidet.
Eine abhängige Variable ist die Variable, die erklärt oder vorhergesagt werden soll.
Beispiel:
Das Geschlecht der Bezugsperson wurde als unabhängige Variable betrachtet. Das positive und negative Körperbild wurden als abhängige Variablen untersucht.
Das daraus resultierende Analyseverfahren sollte dann hier noch mit angegeben werden.
In der Datenaufbereitung beschreibst du, was mit den Daten vor der Analyse passiert ist.
Dazu gehören zum Beispiel:
Dieser Teil ist wichtig, weil Datenaufbereitung die Ergebnisse beeinflussen kann. Deshalb muss sie transparent beschrieben werden.
Wichtig: Entscheidungen zur Datenbereinigung sollten nicht nach Belieben getroffen werden. Wenn Daten ausgeschlossen werden, muss begründet werden, warum.
Ein häufiger Fehler besteht darin, im Methodenteil bereits die Methode zu kritisieren.
Beispiel:
Ein Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass Selbstberichte verzerrt sein können.
Solche Aussagen gehören meistens in die Diskussion, nicht in den Methodenteil.
Im Methodenteil beschreibst du, was du getan hast. In der Diskussion reflektierst du, welche Grenzen dieses Vorgehen hat.
Der Methodenteil soll nicht überzeugen, indem er schön klingt.
Er soll überzeugen, indem er präzise, vollständig und replizierbar beschreibt, was gemacht wurde, so dass andere die Studie nachstellen können.