Projekte

Hast Du Lust auf spannende Projekte und möchtest Lernen, wie man wissenschaftlich fundiert arbeitet? Dann bist Du hier auf jeden Fall richtig. Hier findest Du noch offene Projekte für Abschlussarbeiten. Diese sind so konzipiert, dass sie zeitlich gut für eine BA oder Masterarbeit passen und neue Fragen stellen.

Prinzipiell gestalte ich die Projekte so, dass sie später zu einer wissenschaftlichen Publikation beitragen können. Beitragende StudentenInnen könnten dann auch in der Autorenliste mit genannt werden.

Alle Forschungsprojekte werden kontinuierlich innerhalb von regelmäßigen Lab-Meetings begleitet, in denen studentische Forschungsprojekte besprochen werden.

Hast Du Interesse? Dann schreibt mir einfach unter stephan.delarosa@iu.org. Gerne sind auch eigene Vorschläge willkommen, wenn diese theoretisch gut in die Forschungslandschaft eingebettet werden können.

Offene Projekte

Informatik & Psychologie

  1. Programmierung eines Gesichts- und Körperbewegung-Morph Algorithmus in threejs. In diesem Projekt sollen neue Algorithmen programmiert werden, um von einem Gesichtsausdruck/ Körperbewegung parametrisch hin und her zu wechseln (morphen). Die Implementierung soll im Javascript framework threejs erfolgen. Der Algorithmus kann in einer Vielzahl von Forschungs- (z.B. Gesichtsausdruckserkennung in der Psychologie) und Transferprojekten (z.B. Pedestrian Detection in foggy road settings) eingesetzt werden.

In bisherigen Projekten haben wir body morphing und face Morphing separat erstellt.
Body morphing Repro erstellt von Luca Blazevec: https://lucabla.github.io/threejs-morph/
Face morphing Repro erstellt von Florian Lessig: https://github.com/flow217/FaceEx

In weiteren Projekten sollten diese beiden Projekte zusammengeführt werden und eine Platform zur Experimentdurchfürhung gemacht werden.

  1. Programmierung einer VR Anwendung zur Abhängigkeit der Erkenntnisfindung von den Sinnesorganen. Unsere Sinne beeinflussen unser Verhalten und Denken, z.B. wenn wir einen übelriechenden Raum verlassen wollen oder einem schönen Sonnenuntergang zuschauen wollen. In der Wissenschaft werden die Sinnesorgane bei der Erkenntnisgewinnung kaum berücksichtigt. Ziel des Projektes ist mittels einer VR Anwendung zu zeigen, wie sehr unsere Erkenntnisfindung von unseren Sinnen abhängt. Dazu sollen VR Benutzer in eine 2D teleportiert werden, die es innerhalb dieses Projektes mit Unity3D, threejs oder UnrealEngine zu programmieren gilt. Aus dem Projekt kann ein Spiel entwickelt werden. Zum anderen kann es für Vorlesungen über Erkenntnistheorie genutzt werden.

Psychologie

  1. Die Psychologie der KI - Psychologie um KI zu untersuchen. KI beruhen auf Lösungsalgorithmus dessen Lösungsweg unbekannt ist. Damit sind sie ähnlich einer black Box in die Information reingeht, die diese Information auf unbekannte Art komplex verarbeitet wird und danach eine Vielzahl von Ergebnissen herauswirft. Aufgrund dessen sind die Fähigkeiten von KI, insbesondere large language models, ebenso nicht bekannt. Traditionelle Evaluierungskriterien der Informatik, z.B. der F1 Score, greifen daher bei large language Models nicht mehr. Ein Weg um diese Fähigkeiten zu untersuchen ist mittels psychologischen Methoden, die dafür entworfen wurden eine hochkomplexe Struktur die einer Blackbox vielleicht (nämlich dem Gehirn) zu untersuchen. In diesem Projekt gilt es verschiedene psychologischen Methoden auf large language Models anzuwenden um ihre Fähigkeiten und Begrenzungen besser zu verstehen.
  2. Psychologische Resilienzeffekte von frühkindlichen Beziehungserfahrungen Das Bukarest Frühinterventionsprojekt (Nelson III, C. A., Zeanah, C. H., Fox, N. A., Marshall, P. J., Smyke, A. T., and Guthrie, D. (2007). Cognitive recovery in socially deprived young children: the Bucharest Early Intervention Project. Science, 318(5858), 1937–2940) zeigt, dass Vernachlässigung von Kindern in den frühen Jahren der Entwicklung, zahlreiche negative sozio-kognitive Folgen bis ins Erwachsenenalter haben kann: von verminderten kognitiven Leistungen bis hin zur Fähigkeit stabile soziale Beziehungen einzugehen. Es scheint also Zusammenhänge zwischen frühkindlichen Erziehungsstil und psychologische Faktoren zu geben. Obwohl diese Studie die den Zusammenhang von einem Fehlen an Erziehung auf psychologische Entwicklung aufzeigt, ist weiterhin ungeklärt, welches Bindungsverhalten wichtig für eine gesunde psychologische Entwicklung ist. In diesem Projekt sind wir daran interessiert, die psychologischen Effekte von ausgewählten sozialen Bindungsverhalten der Eltern (z.B. Anzahl der Berührungen, Grad der explizit ausgesprochener Zuneigungen, wahrgenommene Fokussierung auf Fehler des Kindes etc) auf resilienzrelevanten psychologische Faktoren (resilience, self esteem, self efficacy) der Kinder (im Erwachsenenalter) zu messen. Die Forschung kann Einblicke geben, welche Erziehungskomponenten der Eltern förderlich oder weniger förderlich für die Entwicklung von Kindern sind.
  3. Von Glauben (d.h. festen Überzeugungen) zu Wissen oder von Wissen zu Glauben? Wie stehen Belief und Knowledge zueinander? Jeder hat Überzeugungen, die anekdotisch Grundlage vieler Entscheidungen sind. Vor allem im Zuge der Globalisierung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass verschiedene Glauben aufeinander treffen und aufgrund ihrer tiefen Überzeugungen zu Problemen führen können. Worum handelt es sich bei diesen Überzeugungen und wie stehen diese mit Wissen in Verbindung? Dies kann in einer qualitativen Studie untersucht werden.
  4. Car sharing vs. car owning Wie unterscheiden sich die diese zwei Besitzformen aus psychologischer Perspektive? Gegenstände stellen psychologische Anforderungen an die Nutzer. Wie stark diese Anforderungen ausgeprägt sind entscheidet oftmals darüber, ob wir den Gegenstand nutzen oder nicht. Beispielsweise, sind WhatsApp und E-mail von Prinzip her sehr ähnlich. Beide können dazu genutzt werden, um Informationen an eine einzelne Person oder Personengruppen zu senden. Jedoch spart man sich heutzutage bei WhatApp mindestens einen Mausklick bei der Beantwortung einer eingegangen Nachricht und auch sind die Nachrichten besser nach den Gestaltsprinzipien angeordnet. Eine ähnliche psychologische Anforderungsanalyse soll für car sharing und car owning durchgeführt werden. Sowohl qualtiative als auch quantitative Ansätze können genutzt werden. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, Sharing-systeme (hier Auto) psychologisch attraktiver zu gestalten und so zu einer Verbesserung ihrer Akzeptanz beitragen. Da sharing oftmals resourcenschonender ist trägt die Forschung auch zu einer nachhaltigen Gestaltung der Gesellschaft bei.
  5. Wie nachhaltig sind verschiedenen Persönlichkeitseugenschaften? In diesem Forschungsprojekt wird versucht, gesundes Umweltverhalten auf psychologische Gründe zurückzuführen. Gehen bestimmte Verbraucherverhaltensweisen (z.B. regelmäßiger Erwerb von neuen Dingen, Besitz in gutem und gesichteren Zustand halten, sicher stellen einer gesicherten Umwelt) mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften einher? Gibt es eine Persönlichkeitseigenschaft,z.B. soziale Anschlussmotive, Sicherheitsempfinden oder Narzissmus, die dazu führt, dass eine Person z.B. mehr Ressourcen verbraucht als nötig und damit ein ökologisch schädigenderes Verhalten zeigt als andere? Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sind interessant für Umweltschutz und das Fördern von nachhaltigen Umweltbewussten Handeln.
  6. Wie viel ist unsere psychische Gesundheit uns wert? Es ist oftmals schwer sich vorzustellen, wie schwer eine psychische Erkankung/Beschwerde/Belastung wiegt, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Ziel dieses Projektes ist es, die Schwere einer psychischen Erkrankung/Beschwerde/Belastung über einen Geldwert abzuschätzen, um die Schwere so für andere Personen erfahrbarer zu machen. Innerhalb des Projektes kann auch spezielle Methoden zurückgegriffen werden, die wir entwickelt haben, um diese Verbindung abzuschätzen. In diesem Projekt kann man sich die Art der Belastung wählen (z.B. Diskriminierung, psychologische Störung etc.).
    Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind interssant für eine Vielzahl gesellschaftlicher Kontexte (z.B. Schmerzengeldabschätzungen, gesellschaftliches Verständnis für psychische Erkankungen zu erhöhen, etc.). Derzeitige offene Fragestellubg: kann die Größe der stressbezogenen Unterbezahlung die Jobwechselbereitschaft voraussagen?
  7. Was ist wichtiger: physische oder psychische Gesundheit? Es ist oftmals schwer sich vorzustellen, wie schwer eine psychische Erkankung/Beschwerde/Belastung wiegt, wenn man sie selbst nicht erlebt hat. Ziel dieses Projektes ist es, die Schwere einer psychischen Erkrankung/Beschwerde/Belastung über einen Vergleich mit häufig auftretenden physikalischen Leiden abzuschätzen. Dieser Vergleich soll dabei helfen, die psychische Belastung für eine andere Personen erfahrbarer zu machen. Ein Ergebnis der Arbeit könnte zum Beispiel sein, dass eine leichte Depression von zwei Wochen ähnlich belastend wahrgenommen wird wie 8 Wochen lang starke Rückenschmerzen.
    Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind interssant für eine Vielzahl gesellschaftlicher Kontexte (z.B. Schmerzengeldabschätzungen, gesellschaftliches Verständnis für psychische Erkankungen zu erhöhen, etc.).
  8. Die Messung der subjektiven Wahrnehmung von emotionalen Belastungen/Dissonanz/Stress Emotionen werden häufig noch im Alltag vernachlässigt, obwohl sie den größten Teil unseres menschliches Verhalten bestimmen. In diesem Projekt soll emotionale Verarbeitung mit kognitiver Verarbeitung verglichen werden.
    Die Ergebnisse dieses Projektes sind vor allem wichtig für alle Serviceberufen in denen man viel zwischenmenschlichen Kontakt hat. Die Ergebnisse können dazu beitragen, die Belastung in diesen Berufen besser zu verstehen und abzuschätzen.
  9. Kann man Persönlichkeit aus dem Gang von Personen vorhersagen? (Master Projekt unter Verwendung von Motion Capture Technologien) Non-verbales Verhalten sagt viel über unsere Persönlichkeit aus. Augenbewegungen beim Einkauf können dazu genutzt werden, um die Persönlichkeit einer Person hervorzusagen. Kann man aber schon am Gang einer Person, deren Persönlichkeit abschätzen? Wir versuchen hier neue Wege bei der Bestimmung der Persönlichkeit zu gehen.
    Die Ergebnisse dieses Projektes sind relevant für eine Vielzahl von psychologischen Anwendungesfelder (z.B. HR, Counselling, Coaching).
    1. Mit dem Kopf oder aus dem Bauch heraus gekauft? Welchen Einfluss hat Unsicherheitheit auf die Wirkung von emotionaler Inhalte auf die Kaufentscheidung? Hängen Kaufentscheidungen bei denen man mehr Geld investiert (z.B. Auto) mehr von emotionalen Kritirien ab, als Kaufentscheidungen bei denen nur kleine Investitionen vonnöten sind (no-name vs. Markenwaschmittel). Das Ziel dieses Projektes ist emotionale Determinanten von Kaufverhalten zu verstehen.
      Die Ergebnisse dieses Projektes sind relevant für Marketing und Sales.
    2. Wird man als weniger kompentent wahrgenommen, wenn man freundlich ist? Der Zusammenhang zwischen Freundlichkeit und Kompentenz Im Arbeitsumfeld ist oft notwendig freundlich zu Kollegen zu sein, um die Zusammenarbeit im Team zu födern. Andererseits werden freundliche Personen auch als weniger kompentent wahrgenommen. Hier soll untersucht werden, wie am freundlich sein kann ohne dass man weniger kompentent erscheint.
      Die Ergebnisse sind interessant für Leadership und Führungspsychologie.
    3. Untersuchung der Wechselwirkung von Aussehen und Verhalten bei sozialen Stereotypen Dieses Thema fasst eine Vielzahl möglicher Studien zusammen. Eigene Vorschläge sind gern willkommen. Eine Studie soll sich z.B. damit beschäftigen wie interkulturell Werbung in verschiedenen Ländern ist. Unter Verwendung von maschinellem Lernen (Einführung wird gegeben) soll Gesichter aus häufig gezeigten Werbungen gesammelt und analysiert werden (z.B. der Hauton bestimmt werden).
      Die Ergebnisse sind interessant für Diversity.
    4. Bestimmung der Formen von Diskriminierung (auf Arbeit) mittels einer quantitativ explorativen Studie. Diskriminierung findet leidet immer noch in vielen verbalen und non-verbalen Formen statt und hat großen negativen psychologischen Impakt. Es ist daher wichtig zu verstehen, welches Verhalten als diskriminierend wahrgenommen wird. Hier sollen vor allem unbewusste Verhaltensweisen erhoben werden, die als disktiminierend wahrgenommen werden. Die Daten sollen qualitativ und quantitativ explorativ ausgewertet werden.
      Die Ergebnisse sind interessant für Diversity.
    5. Wie sensitiv sind Unternehmen bezüglich Diskriminierung? Diskriminierung findet häufig statt und kaum/kein Unternehmen ist davor gefeilt. Deswegen ist es wichtig zu erkennen wie gut gegen Diskriminierung vorgegangen wird. Ziel dieses Projektes ist herauszufinden, welche Maßnahmen bisher existieren und wie gut diese am Arbeitsplatz implementiert sind. Mit diesen Daten soll eine Internetplatform zur Messung von Diskriminierung und Beratung bei Diskriminierungsfragen erstellt werden.
      Sowohl technische (Informatik) als auch psychologische Projekte können vergeben werden.
      Die Ergebnisse sind interessant für Diversity.
    6. Faktoren, die die Integration in Deutschland beinflussen
      Technologischer Fortschritt hilft räumliche Distanzen zwischen Menschen abzubauen. Konflikte und wirtschaftliche Situationen führen zu Bevölkerungsbewegungen zwischen Ländern so auch nach Deutschland. Wie sieht die Sicht des Ankommens aus Sicht der Ankommenden als aus Sicht der bereits Wohnenden aus. Es sollen sowohl befördende als hinderliche Faktoren der Integration in Deutschland beleuchtet werden. Die Ergebmisse sind interessant für Politik und Gesellschaft.
    7. Die soziale Funktion von Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit bezeichnet vor allem visuelle Aufmerksamkeit, d.h. welche Umweltaspekte gerade verarbeitet werden. Eine vollkommene andere soziale Funktion von Aufmerksamkeit kommt aus der Alltagsbeobachtung. Personen streben nach Aufmerksamkeit (z.B. Likes oder Followers auf sozialen Medien). Ziel dieses Projektes ist es die soziale Funktion - v.a. die emotionale Wirkung - von Aufmerksamkeit zu untersuchen und zu verstehen, z.B. wie Aufmerksamkeit Wohlbefinden beeinflusst.
      Die Ergebnisse sind relevant in Bereichen in denen zwischenmenschliche Reize unser Verhalten beeinflussen z.B. Marketing, Sales, Kommunikations, Coaching, und Führung.
    8. Wieso ist Deep-Acting bei der Emotionsarbeit so effektiv? Mit anderen Menschen zu interagieren ist ein wesentlicher Bestandteil des privaten und beruflichen menschlichen Lebens. Bisherige Forschung zeigt, dass es uns leichter fällt und wir uns besser fühlen, wenn wir die gewünschten Emotionen 'nachempfinden' und uns entsprechend verhalten (deep acting). Im Gegensatz dazu wird surface acting, wo die empfundene und die gezeigte Emotion nicht unbedingt übereinstimmen, als anstrengender empfunden. Wieso ist das so? Dieses Projekt beschäftigt sich damit, die zugrundeliegende Wirkmechanismen zu untersuchen. Inhaltliche Verbindungen zum Resource Projekt von Tanja Singer sind auf willkommen. Die Ergebnisse sind relevant für alle Berufsfelder in denen zwischenmenschliche Arbeit einen wichtigen Bestandteil einnimmt, z.B. Heilberufe, Pädagogik, Führung, etc.