Als Teil der Abschlussarbeit müsst ihr eine wissenschaftliche Arbeit erstellen. Was versteht man aber unter eine wissenschaftlichen Arbeit?
Meine bervorzugte Definition ist die im Namen steckt: 'Wissen' 'schaffen'. Ihr müsst also als Teil der Arbeit neues Wissen (d.h. Erkenntnisse) schaffen. Damit unterscheidet sich die Abschlussarbeit wesentlich von einer Hausarbeit.
| Hausarbeit | Abschlussarbeit | |
|---|---|---|
| Ziel | Bestehendes Wissen zu einem Gebiet nach wissenschafltichen Standard zusammenzutragen | Neues Wissen zu erschaffen meist (aber nicht immer) über Datenerhebung |
| Vorgehen | grobes Thema einlesen und dieses dann erarbeiten und zusammenschreiben | Eine konkrete und beantwortbare Forschungsfrage durch Einlesen in ein Thema beantworten. |
Wichtig ist, dass ihr das neue Wissen selber schafft und nicht von anderen erschaffen lässt oder Wissen von anderen nehmt und dieses als Wissen von Euch ausbibt.
Wissenschaftliches Arbeiten ist ethisches Arbeiten. In der Wissenschaft arbeiten wir oft in neuen Bereichen für die es noch keine Regeln gibt. Das bedeutet eine große Freiheit. Andererseits kann es auch die Freiheit dazu führen, dass diese Missbraucht wird und damit nicht zum besten Nutzen oder sogar Schaden eingesetzt wird. Da es oft keine von der Gesellschaft vorgegeben Gesetzte für diese neue Bereiche in denen WissenschaftlerInnen arbeiten gibt, ist es WissenschaftlerInnen geboten, sich selbst Handlungsgrenzen zu setzen, um Benefits ihrer Arbeit zu maximieren und Schaden zu minimieren. Das versteht man unter ethischen Handeln.
Da die Situationen oftmals so neu sind, dass man auch nicht die konkreten Ergebnisse seiner Handlungen absehen kann, ist eine eigene kritische und kontinuierliche Reflexion in alle Richtungen der eigenen Arbeit vor Beginn und während der gesamten Arbeit nötig. Beispielsweise: Was sind eventuelle Nutzen? Was sind eventuelle Schäden? Sind die involvierten Personen immer selbstbestimmt während der Unternehmung? Wie kann man einem eventuellen Schaden vorbeugen oder falls er doch aufgetreten sein auch nachbehandeln? Wurden alle Personen ausgiebig vor der Studie informiert (Zweck, Dauer, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen)? Sind alle Personen volljährig?
Da man bei dem Bearbeiten eines Themas irgendwann nicht mehr 'den Wald vor Bäumen sieht', ist es angeraten sich über die ethischen Aspekte der Studie mit anderen kritisch auszutauschen (z.B. Ethics Review Board, Supervisor, oder anderen Studierenden). Wichtig ist auch zu erkennen, dass man den besten Weg in einer Situation selten findet. Daher sollte die Maxime sein, nach besten Wissen und Gewissen, lang und kurzfristig so zu handeln, dass Schäden und Benachteiligungen vermieden werden und der Nutzen maximiert wird. Es handelt sich bei der Ethik jedoch nicht um eine Kosten-Nutzen Maximierung: wenn die Kosten einer einzelnen Person hoch sind, sollte das Vorhaben erst einmal nicht durchgeführt werden, sondern muss noch einmal eingehend geprüft werden.
Wenn ihr mit mir arbeitet, müsst ihr Euch an den ethischen Code der APA halten: https://www.apa.org/ethics/code halten. Gerne könnt ihr mich bei ethischen Fragen oder auch die Ethikkommission der IU (unter ethikkommission@iu.org) jederzeit ansprechen.
Chatbots wie ChatGPT kannst Du für in der Erstellung der Arbeit verwenden. Gibt am Beginn der Arbeit an (z.B. auf dem Blatt zum gendern), wie Du diese verwendet hast, um Transparenz zu schaffen und Missverständnisse zu vermeiden. Generell gilt, dass die Verwendung von Chatbots als Werkzeug zur Arbeitserleichterung von Arbeitsschritten zulässig ist. Wenn Du den Chatbot wie ein Schraubenzieher beim Zusammensetzen von Möbeln verwendest ist dies zulässig. Wenn du ihn wie ein Roboter verwendest, der dir die Möbel automatisch zusammensetzt oder auch Teile davon, so ist dies nicht zulässig.
Achte bei der Verwendung von Chatbots, dass Du ethische Prinzipien der Wissenschaft einhälst z.B.
UInzulässig ist, wenn Du Dein Denken/intellektuelle Fähigkeiten innerhalb der Deiner Arbeit von dem Chatbot ersetzen lässt, z.B. den gesamten Text oder Textpassagen vom Chatbot konzipieren oder schreiben lässt ohne dich weiter und tiefgehend mit den Ergebnissen auseinandersetzt und diese entsprechend Deiner Überlegungen anpasst. In anderen Worten, aller Text muss so erstellt worden sein, dass er ohne deine eigene kognitive Leistung nicht hätte zustande kommen können. Also wenn man Deine Arbeit oder Teile davon ohne Dich hätte schreiben können, dann hast du gegen den richtigen wissenschaftlichen Einsatz von Chatbots verstoßen.
Hier noch einige donts and dos bei der Verwendung von Chatbots. Die Liste ist unvollständig, aber soll die wichtigsten Prinzipien aufzeigen, die einem auch dabei helfen können hier nicht aufgelistete Situationen bezüglich der richtigen Anwendung von Chatbots zu evaluieren.
Lektorieren: Nachdem du selbst deinen Text geschrieben hast, kannst Du Chatbots dafür verwedenen, dass sie deine Inhalte lektorieren (d.h. grammatikalische und Rechtschreibfehler finden). Achte darauf, dass Du restriktive Anweisungen beim Prompting gibst, da Chatbots ansonsten ganze Passagen mit eventuell wichtigen Informationen ungefragt kürzen und Dir so 'Löcher' in Deiner Argumentation entstehen. Folgende Anweisung liefert einen korrigierten und mit leichten sprachlichen Verbesserungen überarbeiteten Text, der sich an das Original hält.
Lektoriere den folgenden wissenschaftlichen Text indem Du ihn nur auf Rechtschreib- und grammatikalische Fehler prüfst. Lass die Inhalte unverändert.